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Blutungen

Was ist eine Blutgerinnungsstörung?

Von einer Blutgerinnungsstörung (hämorrhagische Diathese) spricht man, wenn Blutungen entweder zu lang oder zu stark sind bzw. ohne adäquaten Anlass entstehen. Gerinnungsstörungen entstehen entweder durch Störungen an den Blutgefäßen (Vaskulopathien), den für die Gerinnung mitverantwortlichen Blutplättchen (thrombozytär bedingte hämorrhagische Diathesen) oder den an der Gerinnung ebenfalls beteiligten Einweißfaktoren (Koagulopathien).
Zu den angeborenen Vaskulopathien zählen z.B. der Morbus Osler-Weber-Rendu und das Ehlers-Danlos-Syndrom. Vaskulopathien spielen im Bereich der kieferchirurgischen Eingriffe nur eine untergeordnete Rolle.
Ein Mangel an Blutplättchen kann z.B. durch eine Produktions- oder Reifungsstörung im Knochenmark oder durch einen erhöhten Abbau, beispielsweise durch Medikamente oder Autoantikörper (Morbus Werlhof), begründet sein.
Zu den Koagulopathien gehören die angeborenen Krankheiten Hämophilie A und B (Bluterkrankheit) sowie das Von-Willebrand-Jürgens-Syndrom. Bei Patienten mit diesen Erkrankungen fehlen bestimmte für die Gerinnung notwendige Einweißfaktoren. Die häufigste medikamentenbedingte Koagulopathie ist bei Patienten vorzufinden, die Phenprocoumon (Marcumar®) oder Heparin als Mittel zur Blutverdünnung einnehmen müssen.
Andere Medikamente (ASS (Aspirin®), Clopidogrel (Plavix®, Iscover®) u.a.) hemmen die Aggregation von Blutplättchen und damit die Entstehung eines für die Blutstillung notwendigen Blutpfropfes.


Was ist bei der Behandlung von Patienten mit Gerinnungsstörung zu beachten?

Wie in allen chirurgischen Disziplinen ist auch in der Oralchirurgie die Blutstillung und Blutgerinnung von eminenter Bedeutung. Die notwendigen Maßnahmen bei Patienten mit Gerinnungsstörungen hängen zum einen von der die Gerinnungsstörung auslösenden Grunderkrankung und zum anderen vom Umfang des oralchirurgischen Eingriffs ab.
Um das Ausmass der zu erwartenden Blutung abschätzen zu können, wird vor dem oralchirurgischen Eingriff ein Gerinnungsstatus beim entsprechenden Hausarzt oder Internisten angefordert. In Absprache mit diesem kann unter Umständen eine Umstellung oder ein zeitweiliges Aussetzen der blutverdünnenden Medikation veranlasst werden müssen. Bei schwerwiegenden Erkrankungen mit Blutplättchen- oder Einweißfaktorenmangel müssen diese begleitend zur Operation substituiert werden.
Viele Blutungen, die durch eine Blutgerinnungsstörung ausgelöst werden, lassen sich durch eine entsprechende Schnitt- und Nahttechnik sowie lokale Maßnahmen sehr gut beherrschen. Hierzu werden verschiedene Hämostyptika wie z.B. Gewebekleber, Kollagenflies, Gelatineschwämmchen und resorbierbare Oxyzellulose verwendet. Von großer Bedeutung sind auch individuell gefertigte Verbandplatten, welche nach dem Eingriff im Mund auf der Wunde fixiert werden, somit durch eine Druckkompression für eine Blutstillung sorgen und damit bei Patienten mit Antikoagulantientherapie oftmals eine auch risikobehaftete Umstellung auf ein Heparin oder ein Aussetzen der Medikation überflüssig machen.
Besondere Beachtung muss ebenso der Grunderkrankung des Patienten geschenkt werden und die Patienten auch während eines aus chirurgischer Sicht eher kleinen Eingriffs, im Hinblick auf Herz- und Kreislaufparameter überwacht werden. Unerlässlich sind eine genaue Planung und Umsetzung des operativen Eingriffs unter Berücksichtigung aller beteiligten Faktoren.